Eine Übersetzung muss singen.

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Kent Carroll, Verlagsleiter “Europa Editions“, sagte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk:

“Eine Übersetzung muss singen. Ich ziehe einen Text, der in der neuen Sprache singt einer wörtlichen Übersetzung bei Weitem vor. Wirklich guten Übersetzern gelingt es, dem Ton, der Absicht des Autors treu zu bleiben und dabei das Geschriebene im Englischen zum Leben zu erwecken. Auch wenn sich darin eben nicht für jede idiomatische Wendung eine genaue Entsprechung findet. Der Leser muss vergessen, dass er überhaupt eine Übersetzung liest.”

Treffender hätte ich es nicht formulieren können.
Natürlich gilt das nicht nur für englische Übersetzungen. :-)

3 Responses

  1. […] Broschüren oder Reden, wird vieles nur zwischen den Zeilen gesagt. Passend zum vorherigen Post: wenn ein Übersetzer diese unterschwelligen Informationen so einbindet, dass die Übersetzung […]

  2. Iwo Randoja
    |

    Da kann ich nur teilweise zustimmen. Gelegentlich lokalisiere ich werbliche B2B-Texte aus dem Amerikanischen. Diese sind in der Regel so pathetisch geschrieben, dass sie einfach nicht in den deutschen Markt passen. Hier muss ich oft etwas “Dampf” herausnehmen, um besonders die armen Mittelständler nicht zu verschrecken.
    Aber wenn mit “Singen” gemeint ist, dass sich der Text einfach gut, flüssig und interessant liest, bin ich voll d’accord.

  3. textlation
    |

    Vielen Dank für den Komentar!
    Oh ja, die Amerikaner… Die Texte muss man wirklich häufig ein wenig bremsen… :)

    Für mich bedeutet “Singen” in diesem Zusammenhang definitiv, dass der Übersetzer die Absicht des Autors in der dem “Zielland” typischen Art und Weise wiedergibt – eben Texte nicht nur einfach (wörtlich) übersetzt, sondern der Kultur anpasst – und das flüssig und interessant.
    Wie sagt Kent Carroll: “Der Leser muss vergessen, dass er überhaupt eine Übersetzung liest.”

    Einen schönen Tag wünscht
    Julia James

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